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Gefördert durch die Senatsverwaltung

Nach Kyoto und Cancun: Wie verändern wir unseren Lebensstil?

Foto: Heidi Scherm

Von Dr. Martin Lätzel, Geschäftsführer des Verbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins

Das Forum 5 konnte leicht Gefahr laufen, sich gegenseitig der ökologischen Verantwortung zu vergewissern und mit einem sicheren Gefühl, auf der besseren Seite der Gesellschaft zu stehen, in den Alltag zurückzukehren. Dass katastrophale Folgen drohen, wenn sich die Menschheit nicht bemüht, in Fragen des Umweltschutzes umzusteuern, ist Allgemeingut. Eigentlich. In Bildungskreisen allzumal.

Die Podiumsteilnehmenden stellten anschaulich dar, dass nachhaltiges Wirtschaften möglich ist. Dazu braucht es die Einpreisung ökologischer Folgekosten in Produktion und Energiegewinnung und – ein Wort, das in unserer Gesellschaft keiner hören möchte – Verzicht.  Diese Entwicklungen bedürfen der Freiwilligkeit; auf fiskalische Steuerungen wird man dabei nicht ganz verzichten können.

Wie dies zu geschehen habe, ist umstritten, besonders die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen. Die Aufgaben der Volkshochschulen sind in diesem Prozess vielfältig. Ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind nämlich genau die Individuen, auf die es im Zuge der ökologischen  Erneuerung ankommt.

Zunächst einmal bietet die Volkshochschule unzählige Möglichkeiten, den nötigen Bewusstseinsprozess mit zu gestalten. Dazu gehört, traditionell, die Umweltbildung. Sie muss aus ihrem Nischendasein heraus und breite Teilnehmermilieus ansprechen. Ähnliches gilt für die ökonomische Bildung, die von ökologischer Bildung nicht mehr zu trennen ist. Wer wirtschaftliche Prozesse versteht, ist in der Lage, sie zu reflektieren und nachhaltige Alternativen zu entwickeln. Nicht zuletzt stehen die Volkshochschulen trotz knapper Kassen in der Verantwortung, mit gutem Beispiel voran zu gehen und auf eine ökologische Ausgestaltung ihrer Angebote und Arbeitsabläufe zu achten.

Eine Gesellschaft, die nachhaltig leben will, muss den Perspektivwechsel von quantitativer zu qualitativem Wachstum vollziehen. Kriterien qualitativen Wachstums sind Bildungsgrad, Erkenntniszuwachs und  Zufriedenheit.  

Damit nach Cancun überhaupt etwas kommt, braucht es deswegen ein umfassendes Bildungsangebot. Will die Volkshochschule nicht bloß das Gefühl stützen, auf der besseren Seite zu stehen, muss sie ihre Verantwortung für Nachhaltigkeit als zentrale deutsche Erwachsenenbildungsorganisation in Programm und Ausführung ernst nehmen.  

Einführungsfilm "Die Rechnung" von Germanwatch

Statement von Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Ehrenvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Bei Interesse an der Präsentation von Prof. Dr. von Weizsäcker senden Sie bitte eine Email an freigang@remove-this.dvv-vhs.de.

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